Pandora ist geöffnet: Über strategische Überdehnung, systemische Risiken und die Logik der Märkte

Dreißig Jahre Alarm – und der Moment der Eskalation

Seit drei Jahrzehnten warnt Benjamin Netanjahu vor der unmittelbar bevorstehenden iranischen Atombombe. Die Dringlichkeit war stets maximal.

Doch kurz vor dem militärischen Schlag – so berichten es Beobachter – standen die Verhandlungen offenbar vor einem Abschluss, der eine weitere nukleare Eskalation verhindert hätte.

Nun fielen die ersten Bomben. Ein auf 96 Stunden kalkulierter Krieg begann – ausgelegt auf einen schnellen Regimewechsel. Ziel der Operation war es offenbar, die Führungsstruktur des Mullah-Regimes entscheidend zu treffen; nach strategischer Logik wäre dies als Enthauptungsschlag zu verstehen – also als gezielte Ausschaltung der politischen und militärischen Spitze, mit Chamenei an der Spitze des Systems.

Politisch wird eine solche Vorgehensweise häufig als „Enthauptung“ bezeichnet – faktisch bedeutet sie die gezielte Eliminierung eines Staatsoberhauptes.

Doch hier beginnt bereits der erste strategische Denkfehler: Man kann ein System militärisch treffen – aber man kann nicht verhindern, dass ein getöteter Führer symbolisch größer wird als zu Lebzeiten. Ein alter Mann, der angeblich keine Schutzbunker aufsuchte, wird im Tod zum Märtyrer. Statt Straßenprotesten entsteht nationale Geschlossenheit. „Rally around the flag“ – dieses Phänomen ist empirisch gut dokumentiert. Wer mit internen Aufständen kalkuliert, muss kulturelle Tiefenstrukturen verstehen.

Machtstrukturen dieser Art kalkulieren Kontinuität. Es wäre daher naiv anzunehmen, dass nicht längst mehrstufige Nachfolgeketten etabliert wurden – für den unmittelbaren Nachfolger ebenso wie für die Nachfolger der Nachfolger.

Die Interessen hinter der Moral

Geopolitik wird selten aus moralischen Motiven geführt. Für Netanjahu ist die Sicherheitsdoktrin Israels existenziell.

Für Donald Trump sind Energie, globale Machtprojektion und strategische Dominanz keine Nebenaspekte politischer Gestaltung – sie bilden den Kern seines geopolitischen Selbstverständnisses. Ölquellen sind geopolitische Hebel.

Ein geschwächter Iran bedeutet:

  • Schwächung chinesischer Energieversorgung
  • Druck auf die BRICS+-Achse
  • Demonstration amerikanischer Durchsetzungsfähigkeit

Die USA sind energieautark. China ist es nicht. Fällt ein zentraler Energielieferant aus, verschiebt sich das Machtgleichgewicht.

Das Demokratieversprechen „aus der Luft“ wirkt in diesem Kontext wie rhetorische Verpackung strategischer Interessen.

Wenn die Prämissen falsch sind

Strategische Planung steht und fällt mit Annahmen.

  • Wie stabil ist das Regime?
  • Wie reagiert die Bevölkerung?
  • Wie lange dauert der Konflikt?
  • Wie resilient sind die gegnerischen Strukturen?

Hinzu kommt eine oft übersehene Prämisse: Ayatollah Ali Chamenei hatte über Jahre hinweg eine religiös legitimierte Doktrin vertreten, wonach Atomwaffen mit dem islamischen Glauben unvereinbar seien. Diese Fatwa war nicht nur theologische Setzung, sondern zugleich geopolitisches Signal – nach innen stabilisierend, nach außen deeskalierend. Fällt jedoch die religiöse Autorität weg, die diese Grenze definierte, entsteht strategische Unschärfe. Sollte ein Nachfolger oder Teile der Machtelite diese Schranke relativieren oder sicherheitspolitisch neu interpretieren, verschiebt sich das gesamte Risikoprofil. Eine militärische Eskalation gegen ein System, das bislang offiziell auf nukleare Bewaffnung verzichtete, könnte unter veränderten theologischen und politischen Vorzeichen genau jene Entwicklung beschleunigen, die man zu verhindern vorgibt.

Das wäre die eigentliche Büchse der Pandora: Aus präventiver Abschreckung entstünde ein Beschleuniger. Ein Land mit jahrtausendealter Wissenschaftstradition, hoher akademischer Durchdringung und ausgeprägter Ingenieurskultur verfügt – unabhängig von politischer Bewertung – über das intellektuelle und technologische Potenzial, strategische Zielsetzungen in vergleichsweise kurzer Zeit umzusetzen. Wer dies unterschätzt, verwechselt Wunschdenken mit Risikobewertung.

Ein 96-Stunden-Plan ist eine logistische Setzung. Munition wird allokiert. Ressourcen werden begrenzt bereitgestellt. Doch was passiert, wenn die 96 Stunden verstreichen – und nichts ist entschieden?

Dann beginnt der Bereich, den man im Risikomanagement als „unfunded exposure“ bezeichnet: Verpflichtungen ohne ausreichende Deckung.

Ein Flugzeugträger wie die USS Gerald R. Ford ist Machtsymbol – aber auch Hochrisikoobjekt. Konzentriert sich militärische Aufmerksamkeit auf einen Brennpunkt, entstehen strategische Vakuums. Eine militärische Ressourcenbindung im Nahen Osten schafft im Indopazifik offene Flanken – und genau dort entstünde für China ein strategisches Zeitfenster. Unter solchen Bedingungen wäre es so leicht wie selten zuvor, Taiwan faktisch „heimzuholen“.

Hinzu kommt ein oft unterschätzter Faktor: die menschliche Komponente. Ein Trägerverband, dessen Besatzung über Monate im Dauereinsatz steht, operiert nicht unter idealen psychologischen Bedingungen. Gerüchten zufolge sollen Matrosen seit bis zu elf Monaten nahezu ununterbrochen auf See sein, was zwangsläufig zu Ermüdung, sinkender Moral und internen Spannungen führt. Berichten nach hätten selbst banale Faktoren wie die Überlastung sanitärer Anlagen operative Engpässe erzeugt, sodass ein Zwischenstopp – etwa in Kreta – erforderlich geworden sei. Ob diese Details im Einzelnen zutreffen, ist zweitrangig; entscheidend ist die strukturelle Aussage: Hochkomplexe Waffensysteme sind nur so belastbar wie die Menschen, die sie betreiben.

Selbst kleinere Störungen im Bordalltag können in solchen Systemen unverhältnismäßige Wirkung entfalten. Motivierte Kriegsführung setzt innere Stabilität voraus – sie lässt sich nicht allein technisch erzwingen.

Geopolitik ist ein Spiel mit begrenzten Ressourcen. Wer sich bindet, wird verwundbar.

Materialökonomie des Krieges

Moderne Kriegsführung ist asymmetrisch. In neuen Konflikten entscheidet häufig nicht die Masse, sondern der technologische Vorsprung – die jeweils modernste Waffentechnologie verschiebt das Kräftegleichgewicht abrupt. Angriff kann günstiger sein als Verteidigung. Eine einzelne Rakete kostet weniger als ihre Abwehr. Drohnen verschleißen hochkomplexe und teure Systeme. Sollte Iran – ausdrücklich im Konjunktiv – über effiziente Hyperschalltechnologie oder hochentwickelte Drohnensysteme verfügen und diese erst in einer späteren Phase einsetzen, entstünde eine Eskalationsdynamik mit enormer symbolischer und strategischer Sprengkraft.

Ein Flugzeugträger ist das schwimmende Symbol amerikanischer Macht, aber alte Technologie im Kontext der Kriegsführung. Seine Versenkung wäre kein taktischer Verlust, sondern ein geopolitisches Erdbeben mit tektonischer Verschiebung der Machtbalance – und unermesslichem menschlichem Leid. Die psychologische Erschütterung – innenpolitisch wie global – wäre kaum zu überschätzen.

Imageverlust ist im 21. Jahrhundert kein Nebeneffekt militärischer Operationen, sondern ein eigenständiger strategischer Faktor.

Arroganz als Risikofaktor

Iran ist kein technologisches Niemandsland. Es ist eine jahrtausendealte Zivilisation mit akademischer Tradition, ausgeprägter Ingenieurskultur und hoher Bildungsrate.

Das Mullah-Regime rechtfertigt keinerlei Repression. Doch 90 Millionen Menschen lassen sich nicht von außen demokratisieren. Arroganz ist in der Strategie kein Betriebsunfall – sie ist ein strukturelles Risiko mit systemischer Wirkung.

Wenn der Krieg länger dauert

Dauert ein Konflikt länger als zwei Wochen, verschiebt sich die Wahrnehmung fundamental:

• Die fiskalischen Kosten steigen exponentiell. Die US-Schuldenspirale dreht sich weiter und schwächt systemkritisch den finanziellen und politischen Handlungsspielraum.
• Inflation reagiert sensibel auf Energiepreise. Sie kann rasch zweistellig werden, die Zinsen in die Höhe treiben und bestehende Schuldenstrukturen als kaum mehr tragfähig erscheinen lassen.
• Märkte antizipieren Unsicherheit. Fehlt eine ökonomische Perspektive, reagieren sie mit massiver Neubewertung – sie gehen möglicherweise auf Tauchfahrt.

Hinzu kommt ein neuralgischer Punkt globaler Verwundbarkeit: die Versorgungssicherheit. Die Straße von Hormus steht faktisch für rund 20 % der weltweit gehandelten Ölexporte. Eine tatsächliche oder auch nur temporäre Sperrung dieser Passage würde den Energiemarkt schlagartig verknappen, Versicherungsprämien explodieren lassen und eine unmittelbare Preisdynamik auslösen. Bereits die ernsthafte Drohung einer Blockade genügt, um Terminmärkte und physische Lieferketten unter erheblichen Stress zu setzen.

Doch nicht nur Energie ist sensibel. Auch maritime Engpässe wie der Suezkanal sind strategische Flaschenhälse. Eine militärische oder politische Destabilisierung dieser Route würde den Warenverkehr zwischen Asien und Europa massiv verzögern, Frachtraten deutlich erhöhen und bestehende Lieferkettenprobleme verschärfen. Hormus und Suez bilden zusammen ein Doppelscharnier der globalen Energie- und Handelsarchitektur. Wird eines davon blockiert, geraten Preise unter Druck; werden beide beeinträchtigt, entsteht systemische Spannung.

Ein Ölpreis jenseits von 100 USD ist unter diesen Bedingungen kein spekulatives Szenario, sondern ein gut denkbares Extrem.

Europa würde zwischen den Fronten stehen – politisch gebunden, ökonomisch exponiert. Europa müsste sich in Einheit behaupten und sich zugleich nationalstaatlich neu definieren.

Israel stünde international zunehmend als Aggressor im Fokus – belastet durch den Vorwurf, bereits zu Beginn des Konflikts in einem völkerrechtlich hochumstrittenen Angriff zivile Infrastruktur, etwa eine Schule, getroffen und dabei zahlreiche Opfer verursacht zu haben. Die USA gerieten unter den politischen Druck, fremde Interessen priorisiert zu haben, und stünden parallel vor der fiskalischen Herausforderung, trotz steigender Zinsen und hoher Verschuldung als stabiler und berechenbarer Schuldner zu agieren.

Und BRICS+? Eine multipolare Ordnung würde beschleunigt sichtbar werden. Die chinesische Währung – insbesondere vor dem Hintergrund signifikanter Goldreserven der Notenbank – könnte aufwerten, während der Dollar weiter unter Druck geriete.

Das Paradox der sicheren Häfen

Fallen die Börsen, geschieht häufig das scheinbar Paradoxe. Anleger, die bereits zuvor oder nun reflexartig in Gold flüchten, könnten enttäuscht werden. Zunächst fällt alles.

Wenn Verluste in Technologieaktien realisiert werden müssen, werden auch Gewinnerpositionen liquidiert. Gold fällt, Silber fällt, Minenaktien fallen – zumindest vorübergehend. Nicht weil ihr fundamentales Narrativ zerstört wäre, sondern weil Liquidität Priorität erhält und weil über gehebelte Positionen anderweitige Verluste kompensiert werden müssen.

Was als Schutz gedacht war, wird temporär geopfert. Risikomanagement kennt dieses Muster: In Stressphasen korrelieren Assets, die zuvor als unkorreliert galten.

Wer gewinnt – im Möglichkeitsraum?

Bleiben wir bewusst im Konjunktiv. Sollte der Krieg zur kostenintensiven Materialschlacht werden, verschieben sich die relativen Gewinner:

• Rohstoffe profitieren strukturell.
• Energie bleibt strategischer Kern.
• Seltene Erden gewinnen geopolitische Schlüsselbedeutung.
• BRICS+-Staaten konsolidieren ihre Rolle im multipolaren Gefüge.

Europa verliert Handlungsspielraum. Die USA tragen immense fiskalische Lasten. Ein geplanter Kurzkrieg würde zur strategischen Überdehnung führen.

Der Schwarze Schwan

Und dennoch: Alle Szenarien bleiben Projektionen oder Spekulationen, je nach Gusto.

Dem oft Karl Valentin zugeschriebenen Bonmot zufolge sind Prognosen schwierig – insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen. Diese Einsicht ist keine rein humoristische Randbemerkung, sondern eine methodische Mahnung zur Demut gegenüber komplexen Systemen.

Es existiert zudem das, was Nassim Nicholas Taleb den „Schwarzen Schwan“ nennt – das Ereignis, das außerhalb aller Modelle liegt und gerade deshalb maximale Wirkung entfaltet.

Risikomanagement bedeutet nicht, Recht zu behalten. Es bedeutet, mit Unsicherheit strukturiert und diszipliniert umzugehen. Die größte Gefahr liegt nicht im Irrtum – sondern im Dogmatismus.

Die Büchse der Pandora ist geöffnet.

Wenn Prämissen falsch sind und Folgenabschätzungen verkürzt erfolgen, entsteht aus Entschlossenheit Übermut – und aus Übermut Überdehnung.

Geopolitik folgt keiner linearen Logik. Sie kippt, verschiebt sich oder bricht abrupt.

Wer investiert, investiert nicht nur Kapital. Er investiert implizit in Annahmen über Weltordnung, Machtbalance und die Rationalität der handelnden Akteure. Ob dieses Szenario eintritt, wird die Zeit zeigen. Es kann jederzeit anders kommen – insbesondere in disruptiven Epochen wie der unseren, in denen gefühlt im Monatsrhythmus ein neuer Game-Changer die Bühne betritt.

Der Autor verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Entwicklung von Frühwarn- und Risikomanagementsystemen und beschreibt hier ausschließlich seine aktuellen Beobachtungen – basierend auf Mustererkennung, Kausalitätslogik, systemischer Analytik, Szenarioplanung, Stress-Tests sowie der Bewertung asymmetrischer Risiken in komplexen, nichtlinearen Systemen. Es geht dabei nicht um Prognosesicherheit, sondern um strukturierte Wahrscheinlichkeitsbetrachtung unter radikaler Unsicherheit. Zwar heißt es, wenn die Kanonen krachen, müsse man kaufen an den Börsen. Doch auf welcher Seite des Kanonendonners befinden Sie sich? Über welche Informationsqualität und welches Timing verfügen Sie tatsächlich, um kurz-, mittel- oder langfristige Investments zu rechtfertigen?

Disclaimer:
Dieser Beitrag spiegelt ausschließlich die persönliche Einschätzung des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Anlagevermittlung oder Finanzanalyse im Sinne gesetzlicher Vorschriften dar. Er dient ausschließlich der allgemeinen Information und Meinungsbildung.

Kapitalmärkte sowie geopolitische Entwicklungen unterliegen erheblichen Unsicherheiten und können sich jederzeit abrupt verändern. Sämtliche dargestellten Szenarien, Einschätzungen und Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen sind als analytische Überlegungen zu verstehen, nicht als Prognosen oder Handlungsempfehlungen.

Eine Investition in Wertpapiere, Rohstoffe, Derivate oder andere Finanzinstrumente ist mit Risiken verbunden, die bis zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen können. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte diese auf Grundlage eigener Recherche sowie gegebenenfalls unter Hinzuziehung eines qualifizierten, unabhängigen Beraters treffen.

Der Beitrag verfolgt keinerlei Klientelpolitik, dient nicht der Förderung bestimmter Interessengruppen und stellt kein „Pashing“ einzelner Staaten, Institutionen oder Akteure dar. Politische Bewertungen erfolgen im Rahmen einer geopolitischen Analyse und ohne parteipolitische Intention.

Eine Haftung für Vermögensschäden, die aus der Verwendung oder Nichtverwendung der hier dargestellten Informationen entstehen, ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.

Autor: Norbert W. Schätzlein, E-Mail: schaetzlein@siris-systeme.de

Bildquelle:

John William Waterhouse (1849–1917), Pandora, 1896. Public Domain. Bildquelle: Wikimedia Commons.

Geopolitics under stress – What happens when the premises are wrong

Pandora’s box is open: On strategic overstretch, systemic risks and the logic of the markets

Thirty years of alarm – and the moment of escalation

For three decades, Benjamin Netanyahu has been warning of the imminent Iranian nuclear bomb. The urgency has always been at its highest.

But shortly before the military strike – according to observers – negotiations were apparently nearing a conclusion that would have prevented further nuclear escalation.

Now the first bombs have fallen. A war calculated to last 96 hours has begun – designed to bring about a rapid regime change. The aim of the operation was apparently to deal a decisive blow to the leadership structure of the mullah regime; in strategic terms, this would be understood as a decapitation strike – i.e. the targeted elimination of the political and military leadership, with Khamenei at the head of the system.

Politically, such an approach is often referred to as ‘decapitation’ – in effect, it means the targeted elimination of a head of state.

But this is where the first strategic error in thinking begins: one can strike a system militarily – but one cannot prevent a leader who has been killed from becoming symbolically greater than he was during his lifetime. An old man who allegedly did not seek shelter in protective bunkers becomes a martyr in death. Instead of street protests, national unity emerges. ‘Rally around the flag’ – this phenomenon is well documented empirically. Anyone who anticipates internal uprisings must understand deep cultural structures.

Power structures of this kind rely on continuity. It would therefore be naïve to assume that multi-level succession chains have not long since been established – for the immediate successor as well as for the successors of the successors.

The interests behind morality

Geopolitics is rarely driven by moral motives. For Netanyahu, Israel’s security doctrine is existential.

For Donald Trump, energy, global power projection and strategic dominance are not secondary aspects of political decision-making – they form the core of his geopolitical self-image. Oil wells are geopolitical levers.

A weakened Iran means:

  • Weakening of Chinese energy supplies
  • Pressure on the BRICS+ axis
  • Demonstration of American assertiveness

The US is energy self-sufficient. China is not. If a key energy supplier fails, the balance of power shifts.

In this context, the promise of democracy ‘out of thin air’ seems like rhetorical packaging of strategic interests.

When the premises are wrong

Strategic planning stands and falls with assumptions.

  • How stable is the regime?
  • How will the population react?
  • How long will the conflict last?
  • How resilient are the opposing structures?

Added to this is a premise that is often overlooked: for years, Ayatollah Ali Khamenei had advocated a religiously legitimised doctrine according to which nuclear weapons were incompatible with the Islamic faith. This fatwa was not only a theological statement, but also a geopolitical signal – stabilising internally and de-escalating externally. However, if the religious authority that defined this boundary disappears, strategic uncertainty arises. Should a successor or parts of the power elite relativise this barrier or reinterpret it in terms of security policy, the entire risk profile will shift. A military escalation against a system that has so far officially renounced nuclear weapons could, under changed theological and political circumstances, accelerate precisely the development that one claims to want to prevent.

That would be the real Pandora’s box: preventive deterrence would become an accelerator. A country with a millennia-old scientific tradition, high academic penetration and a strong engineering culture has – regardless of political assessment – the intellectual and technological potential to implement strategic objectives in a comparatively short time. Anyone who underestimates this is confusing wishful thinking with risk assessment.

A 96-hour plan is a logistical proposition. Ammunition is allocated. Resources are made available in limited quantities. But what happens when the 96 hours are up and nothing has been decided?

Then we enter the realm of what is known in risk management as ‘unfunded exposure’: commitments without sufficient coverage.

An aircraft carrier like the USS Gerald R. Ford is a symbol of power – but also a high-risk object. When military attention is focused on one hotspot, strategic vacuums arise. Military resources tied up in the Middle East create open flanks in the Indo-Pacific – and that is precisely where a strategic window of opportunity would arise for China. Under such conditions, it would be easier than ever before to effectively ‘bring Taiwan home’.

Added to this is a factor that is often underestimated: the human component. A carrier group whose crew is on continuous duty for months on end does not operate under ideal psychological conditions. Rumour has it that sailors have been at sea almost continuously for up to eleven months, which inevitably leads to fatigue, declining morale and internal tensions. According to reports, even trivial factors such as overloaded sanitary facilities have caused operational bottlenecks, making a stopover – for example in Crete – necessary. Whether these details are accurate is secondary; what is crucial is the structural statement: highly complex weapon systems are only as resilient as the people who operate them.

Even minor disruptions in everyday life on board can have a disproportionate effect in such systems. Motivated warfare requires internal stability – it cannot be enforced by technical means alone.

Geopolitics is a game with limited resources. Those who commit themselves become vulnerable.

The material economy of war

Modern warfare is asymmetrical. In new conflicts, it is often not mass that decides, but technological superiority – the most modern weapon technology abruptly shifts the balance of power. Attack can be cheaper than defence. A single missile costs less than its defence. Drones wear out highly complex and expensive systems. If Iran – explicitly in the subjunctive – were to have efficient hypersonic technology or highly developed drone systems at its disposal and only deploy them at a later stage, this would create a dynamic of escalation with enormous symbolic and strategic explosive power.

An aircraft carrier is the floating symbol of American power, but it is old technology in the context of warfare. Its sinking would not be a tactical loss, but a geopolitical earthquake with a tectonic shift in the balance of power – and immeasurable human suffering. The psychological shock – both domestically and globally – would be difficult to overestimate.

In the 21st century, loss of image is not a side effect of military operations, but an independent strategic factor.

Arrogance as a risk factor

Iran is not a technological no-man’s-land. It is a millennia-old civilisation with an academic tradition, a strong engineering culture and a high level of education.

The mullah regime does not justify any repression. But 90 million people cannot be democratised from outside. Arrogance is not an operational accident in strategy – it is a structural risk with systemic effects.

If the war lasts longer

If a conflict lasts longer than two weeks, perceptions shift fundamentally:

• Fiscal costs rise exponentially. The US debt spiral continues to turn, critically weakening the financial and political scope for action.

• Inflation reacts sensitively to energy prices. It can quickly reach double digits, driving up interest rates and making existing debt structures appear barely sustainable.

• Markets anticipate uncertainty. In the absence of economic prospects, they react with massive revaluation – they may go into a tailspin.

Added to this is a critical point of global vulnerability: security of supply. The Strait of Hormuz accounts for around 20% of the world’s traded oil exports. An actual or even temporary closure of this passage would cause an immediate shortage in the energy market, cause insurance premiums to skyrocket and trigger immediate price dynamics. Even the serious threat of a blockade is enough to put futures markets and physical supply chains under considerable stress.

But it is not only energy that is sensitive. Maritime bottlenecks such as the Suez Canal are also strategic chokepoints. Military or political destabilisation of this route would massively delay the movement of goods between Asia and Europe, significantly increase freight rates and exacerbate existing supply chain problems. Hormuz and Suez together form a double hinge in the global energy and trade architecture. If one of them is blocked, prices come under pressure; if both are affected, systemic tension arises.

Under these conditions, an oil price above USD 100 is not a speculative scenario, but a conceivable extreme.

Europe would be caught between the fronts – politically bound, economically exposed. Europe would have to assert itself in unity and at the same time redefine itself as a nation state.

Israel would increasingly be seen internationally as the aggressor, burdened by accusations that, at the outset of the conflict, it had carried out a highly controversial attack under international law, striking
civilian infrastructure such as a school and causing numerous casualties. The US came under political pressure for prioritising foreign interests and, at the same time, faced the fiscal challenge of acting as a stable and predictable debtor despite rising interest rates and high debt.

And BRICS+? A multipolar order would become visible at an accelerated pace. The Chinese currency – especially against the backdrop of the central bank’s significant gold reserves – could appreciate, while the dollar would come under further pressure.

The paradox of safe havens

When stock markets fall, the seemingly paradoxical often happens. Investors who have already fled to gold or are now doing so reflexively may be disappointed. At first, everything falls.

When losses in technology stocks have to be realised, winning positions are also liquidated. Gold falls, silver falls, mining stocks fall – at least temporarily. Not because their fundamental narrative has been destroyed, but because liquidity takes priority and because leveraged positions have to be used to compensate for other losses.

What was intended as protection is temporarily sacrificed. Risk management recognises this pattern: in times of stress, assets that were previously considered uncorrelated become correlated.

Who will win – in the realm of possibility?

Let’s deliberately stick to the subjunctive. If the war turns into a costly battle of attrition, the relative winners will shift:

• Commodities will benefit structurally.

• Energy will remain a strategic core.

• Rare earths gain key geopolitical importance.

• BRICS+ countries consolidate their role in the multipolar structure.

Europe loses room for manoeuvre. The US bears immense fiscal burdens. A planned short war would lead to strategic overstretch.

The black swan

And yet: all scenarios remain projections or speculations, depending on your taste.

According to the bon mot often attributed to Karl Valentin, predictions are difficult – especially when they concern the future. This insight is not merely a humorous aside, but a methodical reminder to remain humble in the face of complex systems.

There is also what Nassim Nicholas Taleb calls the ‘black swan’ – the event that lies outside all models and therefore has maximum impact.

Risk management does not mean being right. It means dealing with uncertainty in a structured and disciplined manner. The greatest danger lies not in error, but in dogmatism.

Pandora’s box has been opened.

When premises are false and impact assessments are abbreviated, determination gives way to overconfidence – and overconfidence gives way to overextension.

Geopolitics does not follow a linear logic. It tilts, shifts or breaks abruptly.

Those who invest do not just invest capital. They implicitly invest in assumptions about world order, the balance of power and the rationality of the actors involved. Only time will tell whether this scenario will come to pass. Things can change at any time – especially in disruptive eras such as ours, where it feels like a new game changer enters the stage every month.

The author has decades of experience in the development of early warning and risk management systems and describes here exclusively his current observations – based on pattern recognition, causality logic, systemic analytics, scenario planning, stress tests and the assessment of asymmetric risks in complex, non-linear systems. This is not about forecast accuracy, but rather a structured probability analysis under conditions of radical uncertainty. It is said that when the cannons roar, it is time to buy on the stock markets. But which side of the cannon fire are you on? What quality of information and timing do you actually have at your disposal to justify short-, medium- or long-term investments?

Disclaimer:

This article reflects solely the personal opinion of the author at the time of publication and does not constitute investment advice, investment brokerage or financial analysis within the meaning of statutory provisions. It is intended solely for general information and opinion-forming purposes.

Capital markets and geopolitical developments are subject to considerable uncertainty and can change abruptly at any time. All scenarios, assessments and probability considerations presented should be understood as analytical considerations, not as forecasts or recommendations for action.

Investing in securities, commodities, derivatives or other financial instruments involves risks that may result in the complete loss of the capital invested. Each reader is responsible for their own investment decisions and should make them on the basis of their own research and, if necessary, with the assistance of a qualified, independent advisor.

This article does not pursue any client policy, does not serve to promote specific interest groups and does not represent any ‘pashing’ of individual states, institutions or actors. Political assessments are made within the framework of a geopolitical analysis and without any party-political intention.

Liability for financial losses arising from the use or non-use of the information presented here is excluded to the extent permitted by law.

Autor: Norbert W. Schätzlein, E-Mail: schaetzlein@siris-systeme.de (übersetzt bei Deepl in der Bezahlversion)

Bildquelle:

John William Waterhouse (1849–1917), Pandora, 1896. Public Domain. Bildquelle: Wikimedia Commons.

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