… der Serie nächster Teil … / Vorsicht: Dieser Beitrag kann Spuren von Ironie, Sarkasmus und anderen kabarettistischen Nebenwirkungen enthalten.

Minister: Hören Sie mal, was ist denn bei Ihnen los, alle reden nur noch von zu wenig Gas. – Was ist denn da bei Euch eigentlich wirklich los?

Staatssekretär: Herr Minister, die Lage ist… sagen wir, ernster als viele denken.
Wir haben aktuell so niedrige Füllstände, dass wir faktisch schon in der Gasmangellage stecken — unterhalb von 30 %, und dann besonders bei den Schwellenwerten von etwa 20 % wird es offiziell kritisch. Wir sind längst inoffiziell im Notfallmodus, halten aber bis jetzt noch gegenüber der Öffentlichkeit den Deckel drauf …

Minister: Moment mal! Haben wir nicht zur kosmetischen Aufbesserung der Arbeitslosenquote ganze Heerscharen potenziell Erwerbsloser in den Staatsdienst überführt — und jetzt soll das alles vergebens gewesen sein? An allen Ecken und Enden sitzen hochbezahlte Beamte, deren vornehmste Aufgabe doch die Sicherstellung unserer Versorgung ist! Und trotzdem jetzt dieses Schreckensszenario? Wer hat hier versagt? Nennen Sie mir den Übeltäter!

Staatssekretär: Aber Herr Minister, Sie erinnern sich doch: Wir haben uns mit Putin so verstritten, dass…

Minister: Babalabab! Kommen Sie mir doch nicht mit solchen Details und Spitzfindigkeiten!
Gas gibt’s doch überall zu kaufen.
Neulich habe ich beim Supermarkt Gas für mein Feuerzeug gekauft – war kein Problem. Und auch gar nicht teuer.

Staatssekretär:Euer Ehren, nur zur Klarstellung: Ihr Gasfeuerzeug und die Versorgung von Industrie und Haushalten sind zwei sehr unterschiedliche Dimensionen. Alle Gasfeuerzeuge des Einzelhandels von Aldi bis Rewe helfen hier nicht wirklich.

Minister: Ja, soll ich jetzt meinem Kollegen in Berlin sagen, wir machen einen Kotau vor Putin, damit der die noch existierenden Pipelines schnellstmöglich wieder füllt?

Staatssekretär: (überlegt kurz) … das würde das Problem schlagartige lösen, Herr Minister …

Minister: Wie bitte? Vorsicht mein Freund! Ich habe das doch nur so gesagt. – Ein Witz Herr Sekretär.

Staatssekretär: (leise vor sich hin) … würde aber das Problem sofort beheben.

Minister: (laut) LNG! LNG! Da geht doch was, oder?

Staatssekretär: Richtig, da geht was…
Wir kaufen amerikanisches Fracking-Gas – schaden dort der Umwelt – und warten darauf, dass zur Wintersaison hier was ankommt … zu Mondpreisen. Von der CO2-Bilanz ganz zu schweigen … Das hält bestenfalls das Kissengas stabil.

Minister: Mir gefällt Ihr Unterton nicht! Und Kissengas, so etwas gibt es doch gar nicht.
Fracking ist die Lösung! Sofort Tanker hierher! Sofort! CO2 spielt keine Rolle, jetzt geht es um was Wichtigeres: unsere Wiederwahl!

Staatssekretär: (entnervt) Euer Ehren — (sarkastisch)
Wir hätten Gas auch in unserer heimischen Erde und wir beziehen nach wie vor Gas aus Russland.

Minister: Was erlauben Sie sich?! Wir haben das doch verboten!

Staatssekretär: (sarkastisch)
Euer Hochwohlgeboren, das weiß doch wirklich jeder.
Wir kaufen mehrfach umetikettiertes Gas aus Russland und nennen es dann indisches Gas, türkisches Gas, griechisches Gas … vielleicht auch Spanisches… Was weiß ich?

Minister: Kommen Sie mir nicht mit Details!
Ich will Lösungen hören! … (Pause)
Hier hängen über 80 Millionen Menschen herum. Wenn wir deren Fürze einfangen und einspeisen würden, wie würde sich das auf unsere Füllstände auswirken?
Es müsste ja nur bis nach der Wahl reichen, dann hätten wir jahrelang wieder Ruhe von dem Wahlvieh. Danach ist mir alles egal. Dann kann es so viele Lockdowns geben, wie es will — bitte schön! Ich flehe Sie an! Nur bis zu den Wahlen!

Staatssekretär: (überrascht)
Großartige Idee, Herr Minister!
Ihre Fürze werden uns retten!
Ich werde gleich an die Presse treten und meine Beschwichtigungstour fortsetzen mit den Worten:

„Keine Panik, es bestand zu keiner Zeit, keinerlei Gefahr. Wir haben selbstverständlich einen Plan B.“

Minister: Echt jetzt? Sie haben einen Plan B?

Staatssekretär: Ja, natürlich: Ihren.

Minister: Ach ja. Sehen Sie mal — von mir können Sie noch was lernen.

Staatssekretär: (beim Hinausgehen)
Ganz gewiss, Herr Minister … (leise) … wie man’s nicht macht.

Autor: Norbert W. Schätzlein, E-Mail: schaetzlein@siris-systeme.de

Hinweis zur satirischen Einordnung

Dieser Beitrag versteht sich cum grano salis – mit jenem sprichwörtlichen Körnchen Salz, das der Satire erst ihre bekömmliche Würze verleiht. Er arbeitet bewusst mit Überzeichnung und spielt mit der Spannung zwischen politischem Anspruch, realen Herausforderungen und der allzu menschlichen Neigung, auf komplexe Fragen einfache Antworten zu bevorzugen.

Die dargestellten Figuren sind fiktiv; etwaige Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Ereignissen wären rein zufällig – oder Ausdruck jener gelegentlichen Nähe von Wirklichkeit und Satire, die sich mitunter kaum trennscharf unterscheiden lassen. Ziel dieses Beitrags ist es daher nicht, Einzelne zu karikieren, sondern typische Muster politischer Kommunikation mit einem leisen Augenzwinkern sichtbar zu machen.

Bildquelle: Pixabay, gemeinfrei; danke Pixabay

Politicians‘ chatter – satirical dialogue from the Ministry of Missing Energy

… next part of the series … / Caution: This article may contain traces of irony, sarcasm, and other cabaret-style side effects.

Minister: Listen, what’s going on with you guys? Everyone’s talking about gas shortages. What’s really going on there?

State Secretary: Minister, the situation is… let’s say more serious than many people think.

We currently have such low reserves that we are effectively already in a gas shortage situation — below 30%, and then, especially at the threshold values of around 20%, it officially becomes critical. We have long been in unofficial emergency mode, but so far we are still keeping it under wraps from the public …

Minister: Wait a minute! Didn’t we transfer whole armies of potentially unemployed people into government service to cosmetically improve the unemployment rate — and now all that is supposed to have been in vain? There are highly paid civil servants everywhere, whose primary task is to ensure our supply! And yet now we have this nightmare scenario? Who failed here? Name the culprit!

State Secretary: But Minister, you remember: we had such a falling out with Putin that…

Minister: Babalabab! Don’t bother me with such details and sophistry!

Gas is available everywhere.

I recently bought gas for my lighter at the supermarket — no problem. And it wasn’t expensive at all.

State Secretary:Your Honor, just to clarify: Your gas lighter and the supply to industry and households are two very different things. All the gas lighters sold in retail stores from Aldi to Rewe don’t really help here.

Minister: Yes, should I now tell my colleague in Berlin that we are going to kowtow to Putin so that he fills the remaining pipelines as quickly as possible?

State Secretary: (ponders briefly) … that would solve the problem immediately, Minister …

Minister: Excuse me? Careful, my friend! I was just saying that. – A joke, Mr. Secretary.

State Secretary: (quietly to himself) … but it would solve the problem immediately.

Minister: (loudly) LNG! LNG! That’s something, isn’t it?

Secretary of State: Right, something can be done…

We buy American fracking gas – damaging the environment there – and wait for it to arrive here in time for the winter season… at exorbitant prices. Not to mention the CO2 balance… At best, that keeps the pillow gas stable.

Minister: I don’t like your undertone! And pillow gas, there’s no such thing.

Fracking is the solution! Send tankers here immediately! Immediately! CO2 is irrelevant; there are more important things at stake: our re-election!

State Secretary: (exasperated) Your Honor — (sarcastically)

We also have gas in our own country, and we continue to import gas from Russia.

Minister: How dare you?! We banned that!

State Secretary: (sarcastically)

Your Honor, everyone knows that.

We buy gas from Russia that has been relabeled several times and then call it Indian gas, Turkish gas, Greek gas… maybe even Spanish gas… What do I know?

Minister: Don’t bother me with details!

I want to hear solutions! … (Pause)

There are over 80 million people hanging around here. If we were to capture their farts and feed them into the system, how would that affect our fill levels?

It would only have to last until after the election, then we would have years of peace from the electoral cattle. After that, I don’t care. Then there can be as many lockdowns as it wants — please! I beg you! Just until the elections!

State Secretary: (surprised)

Great idea, Mr. Minister!

Your farts will save us!

I’ll go to the press right away and continue my appeasement tour with the words:

“Don’t panic, there was never any danger. Of course we have a Plan B.”

Minister: Really? You have a Plan B?

State Secretary: Yes, of course: yours.

Minister: Oh, right. You see — you can still learn something from me.

Secretary of State: (on his way out)

Certainly, Minister… (quietly) …how not to do it.

Author: Norbert W. Schätzlein, email: schaetzlein@siris-systeme.de

Note on satirical classification

This article is to be taken cum grano salis – with that proverbial grain of salt that gives satire its palatable spice. It deliberately uses exaggeration and plays with the tension between political aspirations, real challenges, and the all-too-human tendency to prefer simple answers to complex questions.

The characters depicted are fictional; any similarities to real persons or events would be purely coincidental – or an expression of that occasional proximity between reality and satire that is sometimes difficult to distinguish. The aim of this article is therefore not to caricature individuals, but to highlight typical patterns of political communication with a gentle wink.

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