Was haben die Begriffe Kooperation, Organisationen, Nachbarschaftshilfen, Familie und Mitgliedschaften (Vereine und Verbände) gemeinsam?

Sie alle verbindet die Vorstellung einer Gemeinschaft mit innerem Zusammenhalt (Kohäsion) die wir mit dem Begriff des Sozialkapitals benennen können.

Sozialkapital ist weder eine dinglich-fassbare Größe noch kann man es einfach übertragen oder weitergeben. Vielmehr bildet es die Summe an persönlichen Beziehungen, Kontakten und Verbindungen, die einem erst so richtig in Krisenphasen bewusst werden.

Wer über hinreichend viel Sozialkapital verfügt, trifft aller Orten Freunde, kennt Land und Leute, verfügt über ein Netzwerk an Kontakten, auf das es sich immer wieder zurückgreifen lässt, wenn Bedarf besteht oder Not am Mann ist.

Ungepflegt verkümmert es hingegen. Und auch das Konto verträgt es nicht, wenn die Auszahlungen zu einseitig ausfallen und die Einzahlungen ausbleiben.

Das Sozialkapital braucht also immer auch den Saldoausgleich in der Balance von geben und nehmen.

Wer über ein entsprechendes Kapital-Konto verfügt ist gut dran in Zeiten, wo Personen ohne diese Vermögensgröße schnell isoliert werden und vereinsamen.

Die Güte des Sozialkapitals hat aber immer auch etwas damit zu tun, wie sozialverträglich ein Mensch ist. Damit einher gehen Ideale, Normen, Werte und Weltbilder, die in der Interaktion mit anderen stetig zum Ausdruck kommen. Stinkstiefel werden dann bisweilen gemieden und sehr angenehme, sympathische Menschen werden gerne mit offenen Armen empfangen.

Wer sich aus allen Kontroversen Themen heraushält kommt in diesem Kontext leichter über die Runden als Menschen, die Kante zeigen und stetig an ihrem Weltbild bauen. Für manche ist hier der Kopf rund, damit die Beliebigkeit auf keine Hindernisse trifft und für andere als Option die Denkrichtung zu ändern.

Sozialkapital ist mehr als ein volles Bankkonto. Wer sein Leben definiert und bestreitet primär über das Finanzkapital muss nirgendwo Rücksicht nehmen: Geld stinkt nicht – pecunia non olet. Mit dem passenden Bankkonto kann man durch die Welt pflügen, als gäbe es niemand anders auf dem Planeten. Ganz anders verhält es sich mit dem Sozialkapital. Wahre Freunde finden sich nur dort, wo das Geld die zweite Geige spielt. Sozialkapital ist das Salz in der Suppe des Lebensentwurfs von Menschen, die noch ganz Mensch sind.

Die Höhe des Sozialkapitals spielt in Krisenzeiten eine größere Rolle als das reine Finanzkapital, das aber auch nicht zu verachten ist.

Wenn Sie ins Sozialkapital investiert haben, sind Sie jetzt klar im Vorteil. Pflegen Sie’s gut.

Beste Grüße

zeitfenster.com-Autor: Norbert W. Schätzlein

Bildquelle: Pixabay

PS: Wenn Sie gerade Zeit haben, dann aktivieren Sie doch einfach mal wieder alte Bekanntschaften und Freunde. Auch wenn Umarmungen (leider) gerade nicht so akzeptiert sind, Anrufe, etc. bis XING-Kontaufnahmen gehen immer.

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