Es gibt Themen, die uns bei unterschiedlichen Einschätzungen und Überzeugungen schnell entzweien. Es sind Themen, worüber man nicht sprechen sollte; zumindest nicht im Business. Verfestigte Meinungen spalten aber auch Freundschaften und trennen zwischen Familienangehörigen. Das sind:

1. Politik,

2. Religion,

3. Einkommen,

4. Krankheiten.

Solange wir nach Gemeinsamkeiten suchen und fündig werden, klappt’s mit der Kommunikation. Über alles andere muss man bisweilen schweigen.

Sie können jetzt lieber Leser dem Autor Feigheit, Resignation oder was sonst noch vorwerfen und wer weiß, möglicherweise haben Sie ja Recht dabei.

Meine persönliche Erfahrung ist es nun mal, dass Menschen sich auf unterschiedlichstem Wege ihre Ansichten bilden und diese Weltbilder bis auf’s Messer verteidigen. Es sind Weltbilder, die über die Identifikation mit Symbolen hinausgehen und identitätsstiftend wirken. Und wenn Sie eines anderen Identität angreifen, dann stellen Sie den ganzen Menschen infrage. Nichts ist schlimmer als sein Weltbild einzubüßen. Ich habe das am eigenen Leib erfahren. Bis 2007/08 war ich der festen Überzeugung die Finanzwelt gut zu verstehen; für was war man schließlich Bänker, so dachte ich in gewisser Weise. Die Finanzkrise zu jener Zeit brachte dann aber mein Weltbild komplett ins Wanken und es war eine absolute Katastrophe für mich zu sehen, dass vieles so anders war, als ich glaubte. Es dauerte nicht weniger als ein Jahr, um aus dem Taumeln herauszukommen und wieder festen Halt zu finden. Es war wie ein verlorenes Jahr, wie mir schien, in dem ich ein Buch nach dem anderen regelrecht „verschlang“, nur um wieder auf die Beine zu kommen und ein neues Weltbild zu finden. Man kann dies gerne als persönliche Krisenphase beschreiben, in der man entweder kapituliert oder durchgeht, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Und genau darum geht’s. Aber das muss jeder selbst mit sich ausmachen und durchleben. Appelle von außen sind kontraproduktiv!

Metanoia (die Umkehr und die Gewinnung einer neuen Weltsicht) kommt von innen heraus. Sie ist ein innerseelischer Impuls und vielleicht auch – nach Viktor Frankl – der Wille zum Sinn.

Wenn Sie jemanden anderem sein Weltbild ausreden wollen, verfestigen sich nur die Fronten. Franz Ruppert sagt dazu: „Don’t fight against survivors. Bekämpfe nicht die Überlebensstrategien anderer, du machst sie dadurch nur noch stärker und wirst unfreiwillig zum Sparringspartner.“

Auf einer Metaebene ist die Spaltung durchaus gewollt. Das wussten bereits die alten Römer unter dem Schlagwort „teile und Herrsche (die Gruppe)“ (Divide et impera).

Unter dem Teile-und-herrsche-Verfahren versteht man die gesellschaftlich gewollte Spaltung, die Volksgruppen gegeneinander aufbringt, während die Regenten darüber fröhlich ganz nach Belieben ihr Ding machen.

Niccolò Machiavelli empfahl diese Strategie 1532 in seinem Buch Der Fürst seinem Fürstenhaus, den Medicis. Johann Wolfgang von Goethe griff den Gedanken Jahrhunderte später wieder auf und setzte ihm eine Alternative gegenüber:

„Entzwei und gebiete! Tüchtig Wort;

Verein und leite! Bessrer Hort.“

Ihnen alles Gute, egal wo Sie stehen.

Ihr Autor: Norbert W. Schätzlein, 04.08.2020

Bildnachweis: Pixabay, (Myriam Zilles), vielen Dank an Pixabay

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