Ob es – trotz größter Herausforderungen – ein gutes Jahr war, können wir daran ermessen, ob:

– wir an Erkenntnissen reicher wurden,

– im Lichte der Wahrheit Orientierung und Zufriedenheit fanden,

– soziale Verbindungen hielten und neue hinzukamen,

– im eigenständigen Denken unseren Lebensweg gingen,

– Perspektiven unsere Zuversicht stärken,

– es uns nicht mangelt an Mut, Kraft, Gesundheit und Lebensfreude,

– wir Liebe geschenkt und Liebe erfahren durften.

Nach einer chinesischen Anekdote besaß ein Bauer ein Pferd, das ihm eines Tages in die Berge davonlief.

Schnell fanden sich die Nachbarn ein, die den Bauern bemitleideten, um den Verlust des prächtigen Pferdes.

Der Bauer entgegnete mit den Worten: „Ist es für gut oder für schlecht, wer weiß das schon?“

Tage später kam sein Pferd wieder zu ihm zurück und brachte eine Herde Wildpferde mit.

Wieder fanden sich die Nachbarn ein und beglückwünschten den Bauern nicht ohne Neid für seinen Zugewinn an wertvollen Pferden.

Der Bauer antwortet mit den Worten: „Glück oder Unglück, wer weiß das schon?“

Bei dem Versuch die Wildpferde zuzureiten viel der Sohn des Bauers vom Pferd und brach sich ein Bein.

Wieder kamen die Nachbarn zusammen und bedauerten das Pech des Bauern, der nur antwortet: „Pech, Glück, wer weiß das schon?“

Wochen später kamen die Truppen des Landesfürsten ins Dorf und zogen jeden wehrfähigen Jungen Mann ein bis auf den Sohn des Bauern mit dem gebrochenen Bein.

Erneut trafen die Nachbarn ein und sprachen, welch Glück doch der Bauer habe, seinen einzigen Sohn nicht an die Armee verloren zu haben.

Und wieder sprach der Bauer: „Wir werden sehen.“

Was uns diese Geschichte lehren kann, fasste einst der Begründer der Logotherapie und Existenzanalyst Viktor Frankl in einem einzigen Satz zusammen: „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.“

Ein verlorenes Jahr hingegen gründet auf …

– Lug und Betrug,

– Zurückhaltung von Wissen,

– Fälschung von Informationen,

– Verbreitung von Angst,

– Entzug von Freiheiten,

– Denunziation und Täuschung,

– Selbstüberschätzung und Überheblichkeit,

– der Erhöhung des formalen Rechts über die Menschlichkeit

… und setzt eine Abwärtsspirale in Gang, deren Ausgang ungewiss, und doch auch absehbar ist.

Autor: Norbert W. Schätzlein, 31.12.2020

Bildquelle für Uhr: Pixabay (von Ralf Kunze)

PS: bleibt gwundrig (Schwyzerdütsch/Schweizerdeutsch für neugierig)

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