Man darf nicht glauben, eine Idee könne durch den Beweis ihrer Richtigkeit selbst bei gebildeten Geistern Wirkungen erzielen. Man wird davon überzeugt, wenn man sieht, wie wenig Einfluss die klarste Beweisführung auf die Mehrzahl der Menschen hat.

Hat sich aber eine Idee endlich in die Seele der Massen eingegraben, dann entwickelt sie eine unwiderstehliche Macht, und es ergibt sich eine ganze Reihe von Wirkungen.

Ideen brauchen lange Zeit, um sich in der Masse festzusetzen, und sie brauchen nicht weniger Zeit, um wieder daraus zu verschwinden.

Die Massen haben nur Kraft zur Zerstörung. Ihre Herrschaft bedeutet stets eine Stufe der Auflösung.

In der Masse wird das Fehlen jeder Verantwortlichkeit noch gesteigert. Die Gewissheit der Straflosigkeit, die mit der Größe der Menge zunimmt, und das Bewusstsein einer bedeutenden augenblicklichen Gewalt, bedingt durch die Masse, ermöglichen der Gesamtheit Gefühle und Handlungen, die dem einzelnen unmöglich sind. In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewusstsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft.

Die Kunst, die Einbildungskraft der Massen zu erregen, ist die Kunst, sie zu regieren. (Anm.: Und wer regiert, erlässt ihm nützliche Gesetze.)

Die Schaffung jener unzähligen gesetzlichen Maßnahmen allgemein beschränkender Art führt notwendig zur Erhöhung der Zahl, der Macht und des Einflusses der Beamten, die mit ihrer Durchführung beauftragt werden. Sie haben also alle Aussicht, die wahren Gebieter der Kulturländer zu werden. Ihre Macht ist umso größer als nur die Beamtenkaste, als einzige, die unverantwortlich, unpersönlich und auf Lebenszeit angestellt ist, dem unaufhörlichen Machtwechsel entgeht. Nun gibt es aber keine Gewaltherrschaft, die härter ist als diese, die in dieser dreifachen Gestalt auftritt.

Die fortwährende Schaffung von Gesetzen und Beschränkungsmaßnahmen, hat das verhängnisvolle Ergebnis, den Bereich, in dem sich der Bürger frei bewegen kann, immer mehr einzuengen. Als Opfer des Irrtums, dass durch Vermehrung der Gesetze Freiheit und Gleichheit besser gesichert würden, nehmen die Völker nur drückendere Fesseln auf sich.

Die meisten Menschen, besonders in den Massen des Volkes, haben von nichts außerhalb ihres Berufsfaches eine klare und richtige Vorstellung. Sie sind nicht imstande, sich selbst zu leiten; so dienen ihnen „Führer“ als Wegweiser. Diese Führung kann durch Zeitungen ersetzt werden, die ihren Lesern Meinungen anfertigen und Redensarten bieten, welche alles Denken ersparen.

Wir haben die Macht der Massen zu fürchten, aber noch mehr die Macht gewisser Kasten (Anm.: Interessensgruppen und NGOs)! Die Massen lassen sich vielleicht überzeugen, die Kasten geben niemals nach.

Wer glauben Sie hat die vorstehenden Gedanken gesagt?

A: Bertolt Brecht (1898-1956), Dramatiker/Schriftsteller und Begründer des dialektischen Theaters;

B: Thomas Jefferson (1743-1826), einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten und 3. Präsident der Vereinigten Staaten;

C: Gustave Le Bon (1841-1931), Mediziner, Anthropologe, Psychologe;

D: Konrad Adenauer (1876-1967), erster Bundeskanzler der BRD;

E: Albert Einstein (1879-1955), Physiker und Nobelpreisträger;

F: Ursula von der Leyen (1958), Politikerin und Präsidentin der Europäischen Kommission;

G: David Riesman (1909-2002), Soziologe und Erziehungswissenschaftler

H: Hannah Arendt (1906-1975), Schriftstellerin

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PS: Bitte die hier beschriebene Masse nicht mit den Effekten größerer Gruppen zur Bildung von Schwarmintelligenz verwechseln. Der Unterschied liegt u.a. im Informationsgrad, der Art und Weise der Abstimmung und der Organisation.

Bildquelle: Pixabay (von Clker-Free-Vector-Images)

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