Warum sind alle Milliardäre Menschenfreunde?

Zumindest suggerieren uns diese Einschätzung die Imagedesigner dieses exklusiven Personenkreises über die Medien, die devot wohlwollend dazu gerne berichten.

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass alle Milliardäre sorgsam darauf bedacht sind für Philanthropen gehalten zu werden?

Sehr beliebt ist die Karriere als grober, überambitionierter Geschäftsmann sich ein möglichst großes Vermögen aufzubauen und dann – nach erreichtem Ziel – Brosamen ans gemeine Volk zu verteilen, um das ramponierte Image aufzubessern.

Milliardär und Philanthrop gleichzeitig sein ist ein Widerspruch in sich, ein Contradictio in adiecto. Man wird nicht Milliardär, wenn man großzügig und menschenfreundlich ist.

Die Geschichte wiederholt sich

Angefangen hat alles mit dem ersten US-amerikanischen Milliardär, dem Ölbaron John D. Rockefeller; der Mann mit den schmalen Lippen. Sein einstiges Imperium Standard Oil wird heute unter dem Namen Exxon, in Deutschland besser bekannt unter Esso fortgeführt. Die Art und Weise, wie er zu seinem riesigen Vermögen kam, stieß vielen Menschen dortmals auf und machte ihn zum meistgehassten Amerikaner seiner Zeit. In seiner „Not“ wandte er sich an einen Imageberater, der ihm empfahl, jeder Frau, der er begegnete, einen Dollar zu schenken. Das sprach sich schnell herum und so wurde aus einer Persona non grata ein Philanthrop.

Zurecht sagte der Kabarettist Erwin Pelzig, alias Frank-Markus Barwasser: „Image ist das, was man braucht, damit andere denken, dass man so ist, wie man gerne wär‘.“

Rockefellers Beispiel machte Schule und verleidete vielleicht einen weiteren stahlreichen Andrew Carnegie in seinem 1889 veröffentlichten Essay „Das Evangelium des Reichtums“ zu sagen: „Der Mann, der reich stirbt, stirbt in Schande.“

Milliarden „loszuwerden“ ist bisweilen gar nicht so einfach. Gerne werden dann Stiftungen ins Leben gerufen, die scheinbar gemeinnützig, nur diesmal in verdeckter Form das Vermögen weiter mehren und den Einfluss steigern.

Immer dann, wenn Milliardäre auf der öffentlichen Anklagebank sitzen, wird die alte, wohlfunktionierende – wenngleich auch muffige – Trick- oder Mottenkiste geöffnet und ratzfatz ein neuer Philanthrop hervorgezaubert.

Wenn’s aber doch funktioniert

Wahrheit entsteht durch Wiederholung. Wer immer wieder das gleiche hört, wird es irgendwann glauben. Für dieses Schema sind wir alle nahezu gleichermaßen empfänglich. Unser Weltbild ist die Summe des gehört, verstanden und verinnerlichten. Mit der passenden Propaganda und einem hinreichenden Budget können die atemberaubendsten Fassaden entworfen und gehalten werden.

Was man nicht tun sollte

Das nahezu Schlimmste, was man einen Menschen antun kann, ist ihm sein Weltbild zu zerstören. Ob dieser „Angriff“ bewusst oder unbewusst erfolgt, spielt keine Rolle. Was müßig über Jahre und Jahrzehnte an Theoriegebäude aufgebaut wurde, will man geschützt und bewahrt sehen. Wer es infrage stellt, ist unser Feind. So banal, so einfach.

Prophylaxe ist möglich

Was immer hilft ist selberdenken. – Und, bisweilen muss man etwas Recherchearbeit leisten.

Frohes Denken wünscht Ihnen

Norbert W. Schätzlein

PS: Ein Vermögen von 1 Mrd. Euro wirft – schlecht gemanagt – mind. 1 % p.a. ab, das sind ca. 10 Mio. Euro; d.h. sie können täglich beim Verbrauch dieses Kapitalertrages *) über 27.000 Euro ausgeben (auch an Sonn- und Feiertagen). Kein Wunder, dass bei diesem Konsumstress der eine oder andere Milliardär dann doch an Herzversagen stirbt. *) zwar vor Steuern, aber damit keine Steuern zu zahlen sind, dafür hat man ja seine Rechtsanwälte, Steueroasen, etc.

PPS: die bewusste Beeinflussung der Öffentlichkeit = Propaganda; siehe dazu Quelle-Literatur aller Propaganda: Bernays, Edward: Propagande, 1928

Bildquellen (gemeinfrei):

https://de.wikipedia.org/wiki/Andrew_Carnegie

https://de.wikipedia.org/wiki/John_D._Rockefeller

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